FERDINAND & MEHR - Fotografie & Texte

Ferdinand F. Planegger

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Kaiserschmarrn

Kaiserschmarrn-Dialog zwischen der resoluten Wirtin Kathi und dem Hüttenwirts-Anwärter Ferdl beim Erstellen der Zutaten für die Herstellung eines Kaiserschmarrns nach Art des Hauses, nämlich des Zeppihauses am Untersberg zu Salzburg.

Kathi : Horch zu Bua, es geht hier um ein Bergsteiger-Essen namens Kaiserschmarrn, wie im Namen schon inbegriffen ist das eine kaiser-königliche Speise und soll auch so schmecken, verstehst? Bergsteiger sind Gäste, also auch Könige, kapiert?

Ferdl : So hab ich das noch gar nicht gesehen, ich dachte immer so ein Bergler ist immer atemlos, dehydriert, ausgerackert, verschwitzt mit wirrem Haar und schreit von weitem nach Bier.

Kathi: Werd net frech Bua, du sollst deine Gedanken nicht auf den Lippen tragen, das kannst als Gast machen, hier aber bist du der Wirt und musst Diplomat sein!

Ferdl: Alles klar Kathi, gemma´s an, wos brauch ma alles?

Kathi: Alsdann, i sag dir die Zutaten an, immer nur eine Portion im klaan Pfandl ! Nimm zwa Eier, a Prise Salz, ca.200 ml Milch .....ha? 

Ferdl: Wieviel is 200ml , kannst des net einfacher sagen? 

 Kathi: Mein Gott – Bua , nimm einfach a Kaffeehäferl, des kommt ungefähr hin...zszs Wennst a Mineralwasser, a spritzigs, hast, tuast an Schluck dazu, wennst kans host, probierst a Messerspitzn Natron, des geht a....ha? 

 Ferdl: Für was is des, Natronpulver, Kathi? 

 Kathi: Mit Natron kannst Sodawasser machen, des is kohlensäurehaltig, host mi? Dann brauchst a glattes Mehl, immer 2 Esslöffel gupft...und a paar Weinbeerl, Noch ca. 5 Deka Butter oder Margarine, kein Butterschmalz. Aus, Fertig! 

 Ferdl: Des is Alles? 

 Kathi: Naja, es war guat, wenn der Gast an Hunger hat, dann schmeckts besser 

 Ferdl: Und? Wo mach ma den Sterz? 

 Kathi: Am besten is am Gasherd, auf´m holzbeheizten Küchenofen war´s zwar no besser, aber do muast den Ofen gut kenna, verstehst Bau

 Ferdl: Ja Kathi, i kanns scho nimma dawortn. 

 Kathi: Erst nimmst a grössers Häferl oder an Meßbecher, zum Ei schlagen, des Ei komplett, also mit Dotter und Eiklar, a Pris Salz und dann schlagst des mit ana Gobel oder hast a kloane Schneeruatn?
Erst danach gibst die Milli dazua, dann den Spritzer Soda-oder Mineralwasser oder nimmst a Messerspitzl Natronpulver, wieda schön durchschlagen, dann gibst de 2 Esslöffel glatts Mehl dazua, no amol alles durchschlagen bist an scheen sämig flüssigen Toag host. Host mi? 

 Ferdl: Des is aber anstrengend, dauernd mit da Gabel schlagen, geht des net einfacher? 

Kathi: Scho, mit an Handmixa, aber erstens host kann Strom und zweitens, glaub mas, des is immer besser mit der Hand! Frag net so bled, des is so. Punkt. 

 Ferdl: Sagt nix, is besser so, nur nicht den Leu wecken, die Kathi kann ganz schön fuchtig werden

 Kathi: Pfann auf´n Herd, Butter eine und net z hoaß werden lassen, jetzt leerst langsam den Teig in die Pfann und lasst es kurz auf großer Flamm anbräunen, wenn der obere, sichtbare Teil deiner Omelette noch fast flüssig ist, tust es mit dem Muasta des hasst auf deitsch „Pfannendreher“, vierteilen, danach kannst es besser umdrahn, jetzt drahst die Flamme auf halb zurück, streust die Weinbeerl drauf, net vor´m Umdrahn, denn sunst verbrennans die Weinbeerl, gö Bua, se geht’s! Auf kloan Feier kannst das jetzt dawäu steh lassen, richst an Zwetschkenröster oder a Apfelmuas her, des is net so siaß. Her mit´n Schmarrn, Staubzucker drauf und fertig is de Gaudi. Host mi?

Ferdl: Kathi, du bist ein Schatz, lass da a Busserl geben! 

Der Tag

Der Morgen wächst in die Sonne
Mittagsstunde ist Halbwertszeit 
Erst der Abend wird zeigen 

Ob wir ihm gerecht wurden. 

 Weinberg



Urgestein wird Erde
auf Löss reift der Veltliner
Blassgrün junger Wein.

Goldgelbe Reben
Jetzt lichten sich die Reihen
Erst Lese füllt das Fass.

Sandgrube Dreizehn
Edler Tropfen der Wachau
Ist Presshaus Nostalgie?